„Guten Tag, erkennt ihr mich?“ Was klein angefangen hat, ist inzwischen zu einem großartigen Team herangewachsen und so treffen wir uns heute wie gewohnt im Bahnhofsgebäude in Wuppertal-Elberfeld. Sofort werden wir, Christine, Tom, Henning, Nicole, René, Marco, Annika sowie Manu und Guido, die uns mit einem spontanen Überraschungsbesuch unterstützen, von einem alten Bekannten mit einem fröhlichen „Heute seid ihr aber viele!“ begrüßt. Inzwischen erkennt man uns auch hier und so ziehen wir mit sechs prall gefüllten Bollerwagen los.
In alter Manier stellen wir uns in den Eingangsbereich des Bahnhofs und versorgen die ersten Bedürftigen. Es geht gefühlt zu wie im Taubenschlag, ein Kommen und Gehen, und manchmal auch ein Bleiben und ein bisschen reden.
Wir bekommen dort auch Besuch von einem kleinen zwölfjährigen Hund, der sich bei vielen von uns Streicheleinheiten abholt und den wir natürlich auch mit Futter versorgen. Mit dem netten Besitzer des flauschigen Kerls führe ich, Marco, ein angenehmes Gespräch. Er erzählt mir, wie sehr er sich um seinen Hund kümmert und dass er alles für ihn tut.
Eine Dame, die sich mit Henning und René unterhält, zeigt großes Interesse an unserer Tätigkeit und erzählt, dass auch sie mit einem kleinen Team jeden Sonntag in Wuppertal Kaffee und Speisen an in Not geratene Menschen verteilt.
Eine weitere liebe ältere Dame stößt zu uns. Ihre Augen strahlen, weil sie nun endlich eine Mütze tragen kann, die ihr passt. Sie erhält außerdem warme Pullis sowie Handschuhe und eine neue warme Jacke, die sie sofort anzieht und in der sie sich pudelwohl fühlt. Sie erzählt uns bei einem kleinen Plausch, dass auch sie, bevor sie krank wurde, 12 Jahre ehrenamtlich tätig war, wie viel ihr dies bedeutet hat und dass unsere Tätigkeit sie daran erinnert. Sie ist so glücklich in diesem Moment, dass sie es sich nicht nehmen lässt, sich auf unserem Gruppenfoto verewigen zu lassen.
Nach einer guten Stunde geht es weiter zum Hotspot um die Ecke. Auch hier können wir vielen Menschen etwas Gutes tun und sie mit Essen, Heißgetränken, Hygieneartikeln und Kleidung versorgen. Bei den kalten Temperaturen ist wintergerechte Kleidung sehr gefragt. Zum Glück haben wir einiges dabei. Besonders Handschuhe und Mützen sind in Windeseile vergriffen. „Ein leerer Bauch“ – den gibt es heute für die Bedürftigen nicht. So können wir nicht nur ein Strahlen auf die Gesichter zaubern, sondern auch die Bäuche und Herzen in dieser Eiseskälte erwärmen.
Eine Sache, die uns auch heute wieder auffällt, hier in Wuppertal: Höflichkeit und Bescheidenheit, lieber zu wenig als zu viel und trotz aller Schwere im Leben immer auf das Wohl der Anderen bedacht.
Bei dem Gedanken, dass uns allen im Anschluss ein warmes Zuhause erwartet, in dem wir uns in kuschelige Decken einmuckeln und bei heißem Tee oder gar einem warmen Bad den Tag Revue passieren lassen können, wird uns allen ganz mulmig, denn was sind für uns schon kalte Hände und Füße, während für die Bedürftigen jeder neue Tag ein Kampf ums Überleben bedeutet?
Wenn auch Du Lust hast eine solche Aktion zu unterstützen oder gar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.