Die Kunst- und Gartenstadt Düsseldorf hat nicht nur ein Imageproblem und gilt als elitär, versnobt und protzig, sondern sieht sich zudem mit einem Zustrom notleidender Menschen konfrontiert. Die Anzahl obdach- und wohnungsloser Menschen steigt Jahr für Jahr; die zunehmende Verelendung ist besorgniserregend.
Der Düsseldorfer pflegt zu sagen: „Hee wöhd Üch jeholpe!“, und so tragen heute wir, Christine, Tom, Kevin, Marco, Annika und ich, Henning, als B.O.S.C.-Team dieses „Hier wird Euch geholfen!“ wieder im Gepäck und reisen in die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen.
Eiseskälte, aber auch ein strahlend blauer Himmel und herrlicher Sonnenschein sind von nun an unsere Begleiter. Bereits auf dem Bahnhofsvorplatz zeigt sich die große Not der vielen dort anwesenden Bedürftigen. Insbesondere Jacken, Mützen, Schals, Handschuhe, Unterwäsche, aber auch heiße Terrinen, Süßigkeiten und Getränke sowie Fischkonserven werden gerne genommen. Bei diesen Temperaturen ist die Dankbarkeit für unsere Spenden, aber auch für einen heißen Tee oder Kaffee sowie eine warme Mahlzeit groß.
Hier mache ich Bekanntschaft mit einem Anhänger von Fortuna Düsseldorf. Schnell stellt sich heraus, dass nicht nur der Musikgeschmack geteilt wird, sondern auch der Humor. Dieser herzliche Moment wird von mir zusätzlich mit einem Weidner T-Shirt als Geschenk an ihn getoppt und sorgt für strahlende Augen.
Einem im Rollstuhl sitzenden Mann hätten wir gerne seinen Wunsch nach einer Jogginghose erfüllt. Leider haben wir bereits zu diesem Zeitpunkt nur noch wenig Second- Hand-Kleidung vorrätig, können ihm aber als Alternative eine Wolldecke anbieten, die er dankend annimmt.
Irgendwie schaffen wir es – im Schleichtempo – immer wieder ein paar Meter weiterzukommen, aber den Zielpunkt erreichen wir auch heute nicht. Unser letzter Haltepunkt ist noch nicht einmal am Ende des Bahnhofs, denn dort sind unsere Wagen bereits leer. Weitere Nachfragen nach Essen können wir deshalb leider nicht mehr erfüllen, nur noch Kaffee und Tee sind noch vorrätig. Die Nachfrage nach Hygienebeuteln, Taschentüchern und Feuchttüchern ist hier ebenso groß und kann gut gedeckt werden.
Dennoch bleiben wir hier eine ganze Weile, führen noch viele kurze Gespräche mit sich zu uns Gesellenden und genießen den erfolgreichen Tag. Einer der bedürftigen Männer stimmt mit einer Bluetooth-Box die Onkelz an, ziemlich unüberhörbar. Ein schöner Moment, den wir gemeinsam mit „Nichts ist für die Ewigkeit“ besiegeln. Ich lasse es mir nicht nehmen und steige mit zwei weiteren Männern auf ein Tänzchen und ein Luftgitarrenduett ein. Die Stimmung, die ohnehin schon grandios ist, steigt damit auf den Höhepunkt!
Wenn auch Du Lust hast eine solche Aktion zu unterstützen oder gar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.