„Nichts ist für immer da“ – dafür aber sehr regelmäßig und mit immer größer werdendem Team lodert Ende des Jahres nochmals eine Licht der Hoffnung-Aktion in Dortmund auf. Mit sage und schreibe 16 unserer Mitglieder sind wir pünktlich am vereinbarten Treffpunkt, um die Vielzahl an Bollerwagen mit einer Fülle von Lebensmitteln, Kleiderspenden, Hygieneartikeln und Süßigkeiten zu bestücken. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team und ungern möchten wir das erlebte Gemeinschaftsgefühl vermissen.
Als alle startklar sind, ziehen wir los zum Hauptbahnhof. Die Verweildauer dort beträgt heute annähernd eine Stunde: Gespräche mit den Bedürftigen, die Auswahl an Second-Hand-Kleidung und deren Ausgabe, die Versorgung mit Lebensmitteln – aber auch die Gespräche miteinander vollziehen sich ohne Eile und ergiebig. Danach ziehen wir weiter in die Innenstadt. Von einem unserer Mitglieder, Heiko, der heute nicht mit anwesend sein kann, soll ein persönliches Geschenk an einen bekannten Bedürftigen überreicht werden. Leider ist dieser nicht an seinem Stammplatz anzutreffen. Enttäuschung schleicht sich deshalb bei einigen von uns ein. Diese hält jedoch nicht lange an, denn wir erfahren, wo der Mann zu finden ist, woraufhin sich eine Handvoll von uns an den besagten Ort begibt, um den Mann zu bescheren. Die Freude ist auch riesengroß und erregt öffentliches Interesse bei den vorbeiströmenden Leuten, die entweder im nachweihnachtlichen Einkauftaumel oder auf dem Weg zum noch vorhandenen Weihnachtsmarkt sind. Hierbei fallen auch häufig die Fragen nach dem „wer wir sind und was wir tun“ – ja, „alles ist wahr, denn wir sind wieder da“. Der Verweis auf den Verein B.O.S.C. fällt dann an dieser Stelle inklusive der Erwähnung unserer Vielzahl an sozialen Projekten.
Weiter geht es zu einem Stammplatz des Teams: Ein günstig gelegener Ort, an dem sowohl Bedürftige als auch Süchtige vorbeikommen, da sie eine nahe gelegene Einrichtung aufsuchen. An diesem Stammplatz werden wir auch immer sehr viele unserer Mitbringsel los – und die Freude bei den Empfangenden ist ungebrochen groß. Auch hier, an diesem Ort, an dem das Elend vieler doch so offensichtlich ist, leuchtet dennoch Hoffnung: Manchmal blitzt sie in dem ein oder anderen Augenpaar auf, wenn eine Dose Fisch oder ein besonders schönes Stück passender Kleidung überreicht wird, manchmal auch durch das Gefühl, verstanden zu werden, kein Urteil erfahren zu müssen. Denn wie viele erleben tagtäglich die Verachtung der vorbeiziehenden Menschen, wenn diese mit abschätzigem Blick auf die Mittellosen ihrer Stadt blicken – und das oft mit der Angst im Nacken, aus welchen Gründen auch immer, irgendwann mal auch dort zu landen.
Wir freuen uns nach der Aktion ebenso: Darüber, dass wir in Gemeinschaft erneut etwas Gutes tun durften. Darüber, dass wir für alle, ganz gleich welche Sprache sie sprechen, welche Hautfarbe sie haben oder welchen Schulabschluss sie vorweisen können, da sein können. Darüber, dass wir die Onkelz hören und lieben und diese Musik bei so vielen, die wir auf der Straße bei unseren Aktionen treffen, ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Und trotz aller Anstrengung, die eine solche Aktion auch mit sich bringt, gehen wir noch gemeinsam etwas essen und lassen alle Eindrücke des Tages Revue passieren – und planen dabei die nächste Aktion…
Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.