Ende Februar findet die 11. Ausgabe in einer Notunterkunft im östlichen Ruhrgebiet statt – bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen!

Um 16 Uhr treffe ich, Christine, mich mit den Bewohnern an den Bänken. Gemeinsam laden wir die Spenden aus dem Auto und verräumen alles direkt in der Unterkunft, um anschließend ausreichend Zeit für Gespräche zu haben. Unser Mitglied Henning ließ mir im Vorfeld zehn Trinkflaschen als Spende zukommen, über die sich die Bewohner sehr freuen – schade, dass er die glücklichen Gesichter nicht selbst sehen kann.

Auch Second-Hand-Kleidung haben wir heute im Angebot und die Bewohner können sich einiges passendes heraussuchen. So finden vier Jeans, fünf Sweatshirts sowie zwei warme Jacken neue Besitzer. Auch neue Unterwäsche und Socken sind diesmal sehr gefragt. Erneut blicke ich in strahlende und dankbare Gesichter – in solchen Momenten weiß ich genau, warum ich mich sozial engagiere.

Wir sitzen noch eine ganze Weile zusammen, essen Kuchen und unterhalten uns. Die Bewohner erzählen von ihrem Leben in der Unterkunft, von Ärger mit dem Ordnungsamt, internen Querelen, Ein-, Aus- und Umzügen. Heute befinden sich acht bedürftige Männer in der Unterkunft, nicht jeder verkraftet die Situation.

Unsere Ausgabe läuft wie immer friedlich und harmonisch, aber ich kann auch spüren, dass große Anspannung untereinander herrscht. Ich habe den Eindruck, einige Bewohner resignieren regelrecht, durch Wohnungsabsagen, fehlendem Kontakt zu Angehörigen und nicht zuletzt natürlich auch aufgrund des Zusammenlebens mit Fremden auf engstem Raum. Ein Grund mehr, auch im nächsten Monat wiederzukommen, um die Menschen zu unterstützen.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.