Um die heutige Übergabe von Lebensmitteln in einer Obdachlosenunterkunft im östlichen Ruhrgebiet zu vervollständigen, schlagen wir, Tom Micha und ich, Christine, uns im Vorweihnachtswahnsinn eines Supermarktes tapfer durch. Der Freitagnachmittag ist nicht unbedingt eine vorteilhafte Zeit zum Einkaufen, jedoch wollen wir frisches Obst und Gemüse mitbringen.

Um kurz nach 17 Uhr kommen wir leicht verspätet an der Unterkunft an, wo bereits zwei Bewohner warten, ein dritter kommt kurze Zeit später dazu.

Aktuell leben hier sechs Männer. Im Vorfeld bekomme ich eine Anfrage, ob Unterwäsche verfügbar sei, denn sie wird dringend benötigt. Diese können wir dem Bedürftigen dann auch übergeben, und er freut sich sehr darüber.

Tom Micha ist den Männern behilflich, die Taschen in die Unterkunft zu bringen. Er stellt die vorbereiteten Weihnachtstüten mit einigen Leckereien und Geschenken in die Gemeinschaftsküche. Die Bewohner sind sehr überrascht, die Freude ist deutlich zu spüren und die Worte blieben zunächst aus. Dass man mit Kleinigkeiten eine solch emotionale Stimmung erzeugen kann, hätte ich nicht erwartet.

Ein Bewohner hat größeren Redebedarf, und so sitzen wir noch eine Stunde auf den Bänken und reden. Allerdings wird es draußen ziemlich kalt und wir lösen die Runde auf.

Mich hat heute sehr beeindruckt, dass die Bedürftigen mittlerweile extra auf uns warten und sich freuen, wenn wir da sind. Neue Bewohner öffnen sich unerwartet schnell aufgrund des Zuspruchs der bereits länger dort untergebrachten Menschen. Ein derart vertrauensvolles Miteinander war in den Anfängen dieses Projektes nicht zu erwarten.

Wenn auch Du Lust hast, eine solche Aktion zu unterstützen oder sogar selbst zu planen und durchzuführen, melde Dich unter https://mein.bosc.de an.